Reformen , Umwandlungssatz

2. Februar 2021 13:55

BV­G21 — deut­li­che Mehr­heit für das ASIP-Mo­dell

 

Im Rah­men ei­ner On­li­ne-Me­di­en­kon­fe­renz prä­sen­tier­ten ASIP-Prä­si­dent Jean Ré­my Rou­let, Di­rek­tor Han­spe­ter Kon­rad, so­wie Urs Bieri von gfs.Bern und Pen­si­ons­kas­sen­spe­zia­list Ro­ger Bau­mann von c-alm ges­tern die Eck­wer­te des ASIP-Re­form­vor­schlags für die BV­G21 und die Er­geb­nis­se ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Um­fra­ge. 

Die Me­di­en­mit­tei­lung kann hier nach­ge­le­sen bzw. her­un­ter­ge­la­den wer­den. Hier gibt es die Me­di­en­map­pe mit de­tail­lier­ten Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen.

Zu­sam­men­fas­send kann man sa­gen, dass 53% der Be­völ­ke­rung bei der BV­G21 das Mo­dell des ASIP be­vor­zu­gen, wäh­rend nur 40% das Bun­des­rats­mo­dell un­ter­stüt­zen. 7% sind noch un­ent­schie­den. Am meis­ten Zu­stim­mung fin­det sich da­bei an den Po­len des po­li­ti­schen Spek­trums, so dass Herr Bieri das Mo­dell mit den fol­gen­den Wor­ten zu­sam­men­fass­te: «ASIP-Vor­schlag schlägt wich­ti­ge Brücke zwi­schen Links und Rechts». Es han­delt sich da­mit um den Vor­schlag mit den bes­ten Chan­cen für ei­ne Mehr­heit, soll­te es zu ei­ner Volks­ab­stim­mung kom­men. 

Der wich­tigs­te Grund für die­se brei­te Zu­stim­mung dürf­te dar­in zu su­chen sein, dass das ASIP-Modell oh­ne zu­sätz­li­che Lohn­ab­zü­ge aus­kommt, die zu we­sent­lich hö­he­ren Kos­ten beim Bun­des­rats­mo­dell füh­ren. Mit 1.7 Mrd. Fran­ken ist die Re­form mit dem ASIP-Mo­dell we­sent­lich güns­ti­ger, als das Bun­des­rats­mo­dell mit sei­nen 3 Mrd. Fran­ken. Ge­ra­de in der jet­zi­gen, von der Co­ro­na-Pan­de­mie ge­präg­ten Zeit fin­den zu­sätz­li­che Lohn­ab­zü­ge bzw. Lohn­kos­ten kei­ne brei­te Zu­stim­mung. 

Sie sind auch gar nicht nö­tig. Denn ob­wohl auch beim ASIP-Mo­dell das Ren­ten­ni­veau er­hal­ten bleibt und bei Tief­lohn­emp­fän­gern so­gar ver­bes­sert wird, kommt das Mo­dell oh­ne die Ab­zü­ge aus. De­ren Ziel wä­re es, auch der Über­gangs­ge­ne­ra­ti­on den Er­halt des Ren­ten­ni­ve­aus zu si­chern. De­ren Jahr­gän­ge ste­hen zu kurz vor der Pen­sio­nie­rung, um die Sen­kung des BVG-Min­dest-Um­wand­lungs­sat­zes durch er­höh­te Sp­ar­bei­trä­ge aus­glei­chen zu kön­nen, wie das bei den jün­ge­ren Ge­ne­ra­tio­nen sein wird. Statt­des­sen brau­chen sie einen «Zu­stupf».

Der Bun­des­rat möch­te die­sen durch die er­wähn­ten Lohn­ab­zü­ge für Al­le fi­nan­zie­ren, ob­wohl nur ca. 14% der Ver­si­cher­ten über­haupt be­trof­fen sind. Da­bei hat der Bun­des­rat an­schei­nend über­se­hen, dass al­le Pen­si­ons­kas­sen per Ge­setz ver­pflich­tet sind, Rück­stel­lun­gen für ge­nau sol­che Kor­rek­tur­mass­nah­men zu bil­den.

Die­se Rück­stel­lun­gen sind bei fast al­len Pen­si­ons­kas­sen vor­han­den und kön­nen zur Fi­nan­zie­rung der Aus­gleichs­mass­nah­men für die Über­gangs­ge­ne­ra­ti­on ge­nutzt wer­den.

Wer­den sie nicht ge­nutzt, stellt sich hin­ge­gen die Fra­ge, was da­mit zu tun wä­re. Die­se Fra­ge wur­de vom Bun­des­rat nicht be­ant­wor­tet. Ca. 3% der Pen­si­ons­kas­sen ha­ben die Rück­stel­lun­gen nicht ge­bil­det, aber auch sie kön­nen die Aus­gleichs­mass­nah­men oh­ne Pro­ble­me – aus den lau­fen­den Ein­nah­men – fi­nan­zie­ren.

We­gen der Fi­nan­zie­rung mit Hil­fe der Rück­stel­lun­gen wird das ASIP-Mo­dell, das auch als Mit­tel­weg be­kannt ist, neu­er­dings als Rück­stel­lungs­mo­dell be­zeich­net, denn das ist der ent­schei­den­de Un­ter­schied zu al­len an­de­ren Mo­del­len. 

Die Me­di­en ha­ben heu­te zahl­reich über die gest­ri­ge Me­di­en­mit­tei­lung be­rich­tet. Auf­fäl­lig ist je­doch, dass die NZZ die Um­fra­ge nicht er­wähnt. Zu­dem weist de­ren Ar­ti­kel zwar dar­auf hin, dass es ein paar we­ni­ge Jahr­gän­ge gibt, bei de­nen Ver­si­cher­te mit ho­hen Ein­kom­men durch die Re­form et­was we­ni­ger Ren­te er­hal­ten könn­ten. Dass dies auch beim Bun­des­rats­mo­dell so ist, wur­de hin­ge­gen nicht er­wähnt. 

#BVG-Reform #Altersvorsorge #Zweite Säule #berufliche Vorsorge #BVG21

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