5. November 2026 08:56
EAPSPI-Jahreskonferenz sieht Reformbedarf in Europa
Auf der Generalversammlung der European Association of Public Sector Pension Institutions (EAPSPI) vom 15./16. Oktober 2026 in Brüssel wurde einmal mehr die Notwendigkeit einer Rentenreform betont. Angesichts der steigenden Lebenserwartung, des demografischen Wandels (u.a. Abnahme der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter), des geringeren Wachstumspotenzials der Wirtschaft und des Drucks auf die öffentlichen Finanzen müssten die Rentensysteme nachhaltig und vertrauenswürdig bleiben. Allerdings sollten sich die Reformwege der EU-Mitgliedstaaten unterscheiden, da die mitgliedstaatlichen Rentenkonzepte von den jeweiligen historischen Traditionen, rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Erwartungen geprägt seien.
Die Diskussionen machten deutlich, dass es bei der Rentenreform um Sicherheit und Vertrauen geht, da Rentenfragen eng mit dem Identitätsgefühl der Menschen verbunden seien. Insofern werde die Kommunikation der Rentenversicherungsträger zu einer zentralen Aufgabe, um die Menschen beim Verständnis der Konsequenzen des politisch Vorgeschlagenen zu unterstützen. Claudia Wegner-Wahnschaffe, Vorsitzende von EAPSPI, formulierte es so: «Eine klare, sachliche und verlässliche Kommunikation ist unerlässlich, um Vertrauen zu bewahren, insbesondere wenn die Rentenpolitik emotional und kontrovers diskutiert wird.» Die Berücksichtigung des gesellschaftlichen Kontexts und der Kommunikation gilt grossmehrheitlich auch für die Schweiz und die anderen EFTA-Staaten.
Im Zentrum stand im Weiteren das von der Europäischen Kommission am 20. November 2025 verabschiedete Zusatzrentenpaket zur betrieblichen Altersversorgung, das – als Teil der Spar- und Investitionsunion (Savings and Investments Union, SIU) – ein angemessenes Ruhestandseinkommen sowie Investitionen in die EU-Wirtschaft bezweckt. Das Paket beinhaltet einerseits eine unverbindliche Empfehlung an die Mitgliedstaaten zu Nachverfolgungssystemen (European Tracking Service [ETS]), Dashboards und automatischer Anmeldung [«Auto-enrolment»]). Andererseits umfasst es zwei Legislativvorschläge betreffend Zusatzrenten im Rahmen der Spar- und Investitionsunion: die Änderungsrichtlinie zur Überarbeitung des EU-Rahmens für Einrichtungen zur betrieblichen Altersversorgung (IORP II) und die Änderungsverordnung zur Überarbeitung des paneuropäischen privaten Altersvorsorgeprodukts (PEPP).
Im Anschluss an die Konferenz wählte die EAPSPI-Jahreshauptversammlung einen neuen Vorstand und eine neue Generalsekretärin.