Reformen

19. Oktober 2021 15:46

BVG 21: Zen­tra­ler oder de­zen­tra­ler Aus­gleich – was hat es da­mit auf sich??

Das Vor­sor­ge­fo­rum ist der Fra­ge nach­ge­gan­gen, was es ei­gent­lich mit den bei­den Va­ri­an­ten «de­zen­tral oder zen­tral» bei der Re­form der zwei­ten Säu­le auf sich hat. Kurz zu­sam­men­ge­fasst sieht die zen­tra­le Lö­sung ei­ne mas­si­ve Um­ver­tei­lung zwi­schen den Kas­sen, den Ge­ne­ra­tio­nen und den un­ter­schied­li­chen Ein­kom­mensklas­sen vor. Was für die Ge­werk­schaf­ten äus­serst er­stre­bens­wert ist, stellt für an­de­re einen mas­si­ven Ein­griff ins Pri­vat­ver­mö­gen dar. Bei der de­zen­tra­len Lö­sung hin­ge­gen wird die Re­form aus den in je­der Pen­si­ons­kas­se vor­han­de­nen und ex­tra für sol­che «Ren­ten­ver­lus­te» ge­bil­de­ten Re­ser­ven fi­nan­ziert, bzw. bei den we­ni­gen Aus­nah­men aus der lau­fen­den Rech­nung, wo­bei die­se aber durch die re­form ent­las­tet und nicht zu­sätz­lich be­las­tet wird. Kein Wun­der, dass das Mo­dell des Mit­tel­wegs bzw. ASIP im­mer mehr An­hän­ger fin­det. 

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Foto von Carla Anne / unsplash.com

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M.V. • 1 Monat, 1 Woche her

Der Mittelweg ist zweifellos der systemgerechte und somit glücklichere Weg. Das kassenübergreifende Solidaritätsprinzip für die 2.Säule, in diesem nun von der SGK/N gedachten Ausmass, ist ursprünglich nicht vorgesehen. Die 2.Säule würde tatsächlich korrumpiert. Das 3-Säulen-System würde nicht mehr eingehalten. Der Grund hierfür ist das Scheitern des Umlageverfahrens der 1.Säule. Die Linke war nicht einfach unfähig, sondern hat sich geradezu verweigert, “ihre” 1.Säule auf finanzieller Ebene zu sichern. Während Jahrzehnten hat sie sich, angeführt von den Gewerkschaften, auf eine eigentlich unfassbar kurzsichtige und alles andere als nachhaltige Politik bzgl. Finanzierung der 1.Säule eingelassen, welche nun zum bekannten Schlamassel geführt hat. Leistungsanhebungen in der AHV sind für sehr lange Zeit nicht mehr denkbar. So haben sich die Gewerkschaften, und in deren Schlepptau wie immer die gesamte übrige Linke, auf die 2.Säule eingeschossen. Umverteilung à la AHV nun halt in der 2.Säule. Dass sie nun wahrscheinlich einen, wenn auch abgemilderten, Erfolg via Umsetzung der SGK/N-Version verzeichnen kann, ist dem Arbeitgeberverband geschuldet, der die geplante zusätzliche systemfremde Umverteilung von Anfang an tatkräftig unterstützt hat. Der Arbeitgeberverband scheint das 1972 angenommene 3-Säulen-System nicht mehr voll mittragen zu wollen. Aber auch der BR steht mit seiner Version nicht mehr hinter dem 3-Säulen-System. Die Solidarität innerhalb der einzelnen Vorsorgeeinrichtungen wird, durch Umverteilung Aktive zu Rentnern, schon arg strapaziert. Nun soll diese Solidarität via SIFO auch zwischen Kassen ausgeweitet werden. Die bisher kommunizierte SGK/N-Version hat der BR-Version allerdings wohl schon deutlich den Boden abgegraben. Die ärgerliche Umverteilung im Giesskannenprinzip wäre dann ja eliminiert. Die Anpassung der Eintrittsschwelle an den (halbierten) Koordinationsabzug sowie Sparen bereits ab Alter 20 ist sehr teuer aber wird wohl allgemein gewünscht. Es ist nur eine Frage der Zeit bis der SAV die, bis anhin mitgetragene, BR-Version verwirft und die Fronten wechselt.
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